1933 BMW 3/20 PS AM 4 Carosserie Ludwig Weinberger 
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DOROTHEUM Herbstauktion auf der Classic Expo Salzburg / Autumn Sale at Classic Expo Salzburg
Klassische Fahrzeuge / Classic cars
Samstag, Oktober 17, 2020 / Saturday, October 17, 2020
Messegelände Salzburg, Halle 1 / Salzburg exhibition center, hall 1

Reference Number 628694

as of 10/12/2020

Dealer
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Lot 40

Dorotheum - Classic Expo Salzburg  Contact  Location
Am Messezentrum 1, Halle 1  Phone  +43151560-428  City  Salzburg
5020 Salzburg  Fax    State  Salzburg
Austria  Mobile  +4366488543011  Country  Austria Austria
Overview
Car 1933 BMW 3/20 PS AM 4 Carosserie Ludwig Weinberger
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Known History

Einzelstück nach Bugatti Vorbild

Lückenlos dokumentiert

Umfangreich restauriert

Matching Numbers

 

Im Februar 1932 erschien der AM 1, was für „1. Auto aus München“ stand. Das Auto war gänzlich neu entwickelt. Gegenüber dem Vorgänger waren Spur und Radstand so stark gewachsen, dass die neue Karosserie unvergleichbar geräumiger geriet. Technisch konnte man durch diverse Modifikationen die Leistung um 33% auf 20 PS erhöhen. Damit war ein zeitgemäßes Fahrzeug mit deutlich erhöhtem Komfort entstanden. Der 3/20 PS wurde kontinuierlich weiterentwickelt bis hin zum AM 4, der ab Februar 1933 über ein 4-Gang-Getriebe verfügte. BMW bot werkseitig zahlreiche Karosserievarianten an, sodass es nicht verwundert, dass von insgesamt 7.215 Stück nur 168 Fahrgestelle für individuelle Karosseriewünsche bestellt wurden.

 

Am 6. Mai 1933 lieferte BMW an die Münchner BMW-Vertretung Automag dieses Fahrgestell zur individuellen Karossierung. Die Karosserie wurde bei Ludwig Weinberger, der seinen Betrieb damals in München in der Zeppelinstraße hatte, in Auftrag gegeben. Weinberger hatte zuvor den Bugatti Royale des Nürnberger Arztes Dr. Joseph Fuchs eingekleidet und mit diesem Entwurf seinen Namen bekannt gemacht. Entsprechend dem Stile der Royale wurde ein Entwurf für eine Roadster-Karosserie für diesen AM 4 angefertigt. Die Zeichnung liegt vor und verdeutlicht die frappierende Ähnlichkeit zum großen Vorbild. Der Schwung der Kotflügel mit dem eingelassenen Trittbrett ist so unvergleichlich wie der freistehende und doch in der Linie integrierte Reisekoffer. Der stehende Reservereifen als Abschluss ist selbstredend. Entsprechend seiner Zeit war der Weinberger-Aufbau aus Holz, bespannt mit Kunstleder. Dies galt als besonders schick und reduzierte nebenbei das Gewicht des Aufbaus.

 

Dieser BMW brilliert mit einer außergewöhnlichen Historie. Erst 1992 wurde er aus der Erstbesitzer-Familie verkauft. Laut einem in Auftrag gegebenen Gutachten vom März 1992 hatte der AM 4 bis dahin nur zwei Halter, den Vater und den Sohn. Aus den Fahrzeugunterlagen geht hervor, dass die Schwester/Tante den BMW 1971 umfangreich renovieren ließ. 1975 bestritt sie eine Oldtimerrallye, ehe der Roadster am 11. Februar 1977 abgemeldet wurde. Später war der Wagen im Museum von Fritz B. Busch ausgestellt, wo er im Herbst 1985 wieder abgeholt und nach Bad Reichenhall gebracht wurde. In besagtem Gutachten wurde der Zustand sehr detailliert

beschrieben.

 

Offensichtlich ist der Wagen seit 1977 nicht bewegt worden, die abgelesene Laufleistung wurde als original angenommen, auch weil kein erwähnenswerter technischer Verschleiß erkennbar war. Auf Basis dieses Gutachtens wurde der Wagen an den Vorbesitzer verkauft. Dieser reaktivierte den BMW zunächst, ehe er zwischen 1998 und 2000 die Karosserie instand setzen und neu lackieren bzw. den Kunstlederbezug erneuern ließ. Außerdem wurde ein neu aufgebauter Zylinderkopf montiert. Im August 2001 wurde der BMW dann auf ein Oldtimer-Sammelkennzeichen zugelassen.

 

Im Jänner 2005 erwarb der Münchner Einbringer dieses Stück Heimat zur Abrundung seiner

Sammlung. Obwohl nur ausgestellt, erhielt der Weinberger stets pflegende Maßnahmen. Im

Oktober 2017 wurde er dem TÜV vorgeführt, wo er §21 und §23 ohne Mängel bestand. 2019

erhielt der BMW ein neues Verdeck nach Maß. Eingebracht wird der Roadster nun mit frischer

Hauptuntersuchung. Damit steht gedanklich dem wiederholten Erklimmen der Großglockner-

Hochalpenstraße nichts mehr im Wege – die neue Trophäen-Plakette findet schön Platz neben

jener von 1960!

 

Dieser BMW mit Weinberger-Sonderkarosserie stellt vielleicht eines der exquisitesten

Vorkriegsstücke des Münchner Fahrzeugherstellers dar. Noch bevor der famose Sechszylinder das

Firmenimage bestimmte, bemühte sich der aufstrebende Hersteller um Prestige. Dem wohl über

50-jährigen Verbleib in einer Familie ist es zu verdanken, dass er noch existiert und das in diesem

Zustand. Der glaubhaften Laufleistung von gerade einmal 33.249 km ist es natürlich auch zu verdanken,

dass noch der originale Motorblock verbaut ist. Alle seine Besitzer erkannten in diesem

Kleinwagen das Besondere, die Verbindung aus geringsten Unterhaltskosten mit dem mondänen

Auftritt der High Society. Sie trugen damit zum Erhalt dieses Unikats bei. So verkörpert dieser

BMW 77 Jahre reinste bayrische Geschichte, ist dokumentiert mit zahlreichen Originaldokumenten

und so einzigartig wie dieser Superluxuskleinwagen selbst.